Drei Handwerker…

… zwei offene Türen und hunderte von Fragen!!!

Ja, das war er also: der erste „Tag des offenen Denkmals“, an dem unser Ruinchen teilweise der breiten – nein, Alkohol gab es in unseren ehrwürdigen Mauern NICHT im Ausschank! – Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden ist.

Was unser Haus sich dabei wohl gedacht haben mag… nach über 30 Jahren im tiefsten Dornröschen-Schlaf… hmmm, hören wir einfach mal zu;)

Wir schreiben das Jahr 2010, es ist Sonntag, der 12. des Monats September und die alte Kirchturmuhr hat die 11. Stunde geschlagen. Die Sonne scheint und das Ruinchen schlägt die Fensterläden auf…

„Uaaaaaaaaah, war dath eine Nachd! Und wath habe ich nich alleth gedräumd: wie tschön ich wieder hergerichded werde und wath dann tho alleth loth thein wird, wenn meine beiden guden Geithder hier ganth richdig wohnen! Haaaaaaach, dath wird bethimmd fein! – Ähhhhh, wath machen eigendlich diethe vielen Leude da unden auf dem Pladth? Un warum gucken die alle her zu mir – und heeeeee, warum rüddeld der Düddel da an meinen Düren?!?!?“

An dieser Stelle unterbreche ich den sehr wirr werdenen Gedankengang des Häuschens und entschuldige mich auch für seinen Sprachfehler, aber es hat halt nicht mehr alle Zacken in der Krone – äh, Stufen in Schuß.

Die Menschenmenge, die das Haus also so sehr erschreckt hat, wuchs im Laufe des Tages  noch um ein beträchtliches Maß an und wir  waren sehr erstaunt und hocherfreut, daß so viele Butzbacher und auch der eine oder andere Ortsfremde uns mit guten Wünschen für das Restauriegunsvorhaben bedacht und ihrer Freude über das Projekt zum Ausdruck gebracht haben. Sowas macht Mut, tut gut und spornt weiter an!

Wir haben sehr nette Menschen kennengelernt und  uns auf gut Deutsch den Mund fusselig reden müssen, obwohl wir zu dritt waren und man hätte denken können, daß das Ganze eher eine ruhige Veranstaltung werden würde.  Unser Architekt hatte sich erfreulicherweise von Beginn der Hausöffnung an zu uns gesellt und konnte so die fachmännischen Erläuterungen beisteuern.

Ja was soll ich noch groß schreiben… außer daß ich jetzt mindestens eine Stunde nicht mehr reden mag und kann ( „Endlich hält sie mal die Klappe“ mag Dirk vielleicht denken 😉 ) und daß es trotz der Nachwirkungen einer ekelhaften fiebrigen Bronchitis (eine Runde Mitleid und nen heißen Tee büdde!) ein schöner Tag war.

Selbst unser Ruinchen hat am Ende Gefallen an dem Trubel gefunden: „Die meinen wirglich alle mich! MICH! Un die finden, dath ich „wath habe“! Altho auther Löchern innen Wänden un wackligen Knien un tho… ich MAG dath, wenn mich die Leude mögen! Un wie! Un kommen die morgen alle wieda?!?! Un wenn nich, wann dann? Übermorgen?! Ach egal: die haben alle verthprochen wieda vorbeithugucken! Un wath ein Buthsbacher thagt, dath dut er auch! Da beithd keine Mauth den Faden ab. Gude Nachd.“ 😉

Nachtrag: unsere Jungunternehmer aus der Nachbarschaft hatten einen durchschlagenden Erfolg mit ihrem Taschenverkauf.

Zur Erinnerung: sie haben uns die Plane für einen Cent abgekauft und daraus Taschen genäht. Besser gesagt: sie haben Mutter Anja zum Taschennähen ins Haus verbannt und so wurde quasi mit glühender Nadel und auf  Komando („Mama, ist die nächste Tasche schon fertig? Mach noch zwei weitere. Aber schne-helll““““ 😉  nach und nach eine jeweils brandaktuelle Tasche nach unten angeliefert. Nennt man sowas „Direktvertrieb“ *grübel*

Wir fanden diese Aktion samt Idee superklasse! Und stellen uns auch fürderhin gern als Förderer der drei Jung-Marketingtalente und Verkaufsgenies zur Verfügung. Wenn denn… Anjaaaaaaaa, machst du noch zwei Taschen? Aber schne-hell…. 😉

Okeee, reicht auch bis Weihnachten. 😉

An dieser Stelle sei auch noch ein Riesen-Dankeschön an die Näh-Sklavin gerichtet. Immerhin soll – so habe ich gehört – die Plane nicht so ganz geruchsneutral sein … *hust*

11 comments to Drei Handwerker…

  • Aline

    Hallo,

    erstmal gute Besserung!
    Und habt Ihr auch noch eine Tasche für mich?

    Grüße

    Aline

  • Aaaaaaaaaaanja! Noch ’ne Tasche! 😉
    Danke übrigens auch nochmal dafür, dass Du spontan unsere Frankfurter Nachbarn ins Haus gelassen hast! Denen hat Butzbach so gut gefallen, dass sie vielleicht auch nach Butzbach ziehen 😉

  • Angelika

    Hallo zurück und danke für die Besserungswünsche, aber bei mir sind Hopfen und Malz verlo… ach nee, wird schon wieder. 😉
    Die Taschen-Bestellung ist notiert und wird weitergereicht. Mal sehen, wer schneller ist: Dirk oder ich. *harhar*

  • Angelika

    ER war schneller – gemein. Ich geh eine Runde in den Keller – ach nee, da ist schon der Vormieter von Anno tuck…

  • Anja

    Okay, Taschen werden genäht. Aber deutlich vor Weihnachten…. Ich will erstens an meiner Nähmaschine wieder was anderes mal nähen (da habe ich noch mindestens 4 andere Projekte in der Pipeline) und zweitens nervt die Geruchsbelästigung der Plane ein wenig. Eigentlich will ich am Donnerstag die Reste entsorgt haben, die bis dahin nicht mindestens zugeschnitten und GESCHRUBBT sind (den Scheuermilch-Verbrauch habe ich noch nicht in die Kalkulation mit einberechnet). Daher bis Mittwoch abend nehme ich noch Bestellungen entgegen (Ihr zwei, Alina eine, Birgit eine, meine Mama eine extra grosse, Moritz und Johannes auch noch eine…. ). Aber noch einmal zur Ehrenrettung der Jungunternehmer: meine Arbeit an den Taschen begrenzte sich nur auf das Annähen der Gurt-/Umhängebänder… Mehr nicht!

  • Aline

    Hallo Anja,

    solange es noch vor Weihnachten ist, bin ich zufrieden.
    Ich bin da geduldig….

    Grüße

    Aline

  • Hmmm… wie wärs die zugeschnittenen müffelnden Planenteile in die Waschmaschine zu stopfen? Ok, eventuell müffelt danach die Waschmaschine auch 😉

  • … also so notfalls und ohne mich mit Angelika abgestimmt zu haben: Die Jungunternehmer könnten auch Teile der Plane bei uns deponieren. Aber nur sorgfältig gepackt und unter dem Versprechen, dass sie wirklich weitere Taschen (oder Mappen, Rucksäcke, Teebeutel, was auch immer) daraus machen. Und auf die Gefahr hin, dass sie beim Lagern deutlich dreckiger wird. Also ungefähr so dreckig wie der Jungingenieur, wenn er mit dem Bohrhammer das Nachbarskind aus dem Schlaf holt…

  • […] Denkmals. Und der lief doch ziemlich anders als geplant… Nach den tollen Erfahrungen von Angelika und mir vom letzten Jahr hatten wir (oder zumindest ich) recht hohe Erwartungen, dazu dann noch die […]

  • […] Tanken von ganz viel Motivation: Die gab uns der Tag des offenen Denkmals – wie schon 2010 und 2011 hatten wir unser Haus für Freunde, Bekannte, Nachbarn, Neugierige, Wohlwollende, […]

  • […] Uns wurde „die Bude eingerannt“! Wir haben keine Ahnung wie viele Besucher in den drei Jahren da waren, es stand immer […]

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