Hummersen…

…bei Lügde  in der Nähe von Bad Pyrmont im Lipper Bergland bei den sieben Zwergen hinter den 8 Bergen war der Schauplatz der diesjährigen Herbst-Tagung der Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V.

Wieder war es eine interessante, informative und durchaus auch lustige Veranstaltung, bei der wir den einen oder anderen bereits bekannten Teilnehmer von der Frühjahrsveranstaltung in Verden an der Aller wiedergesehen haben, aber auch ein paar neue und sehr nette „Mitverrückte“ kennengelernt haben.

Gerne denke ich dabei an Ulrike aus Hummersen, die im alten Schulhaus eine wahre Kreativ-Werkstatt eingerichtet hat. Ihre Schmalzstulle und das wunderbar lodernde Feuer im alten Ofen in der Deele haben mich die zwei Stunden bis zum Abendbrot in der „Alten Post“ gerettet. Puh, war das kalt!!!

Der Samstag war in doppelter Hinsicht prima: Dirk hat 30 Nieheimer Käselein bei Maria Pott, Mauerstraße 32 in Nieheim, erstanden (Achtung: von den noch zwei übriggebliebenen Käsereien ist DAS die alteingesessenste und gilt auch unter den Einheimischen als die beste) , nachdem wir uns zuerst schier nicht getraut haben bei Potts zu klingeln. Denn das ist kein Laden im herkömmlichen Sinn. Man klingelt an der Haustür und dann erscheint nach einer kleinen Weile eine feine alte Dame mit Silber auf dem Haupt und gewährt dem Begehrenden Einlaß in den Käsehimmel. Ja: Maria Pott ist die Käse-Fee meiner Kindheit!!!

Denn es gab dereinst eine Urgroß-oder Großtante (so ganz genau weiß ich das garnichtmehr) namens Antonia von Kellrow, die dem im Bayrischen darbenden Kinde bei jedem ihrer leider VIEL zu seltenen Besuche diese wundersamen kleinen Käselaibchen mitbrachte. Es gab eine Zeit, da habe ich ausschließlich den Nieheimer auf meinem Brot geduldet und bitterliche Tränen vergossen, wenn sich der gehegte Vorrat dem Ende zuneigte.

Der Anfang des Genusses war immer sehr heikel: die Käselaibchen müssen nämlich in ihrem putzigen Kistchen reifen, bis sie die Reibe-Reife erlangt haben. Erst im geriebenen Zustand entfaltet der Käse seinen vollen Geschmack. Das hieß also: warten… denn die Tante – Gott habe sie selig – besorgte die Packerl stets ganz kurz vor ihrer Abreise und sie waren dann sehr frisch. Und weich. So wie diese, die jetzt in unserem Kühlschrank leise duftend vor sich hinreifen. Naja, und dann war kein Halten mehr und die Reibe wurde selten kalt. Sozusagen. Solange, bis nur noch ganz wenige Käsechen im Kistchen waren… dann wurde nur noch ganz knickerig gerieben, um möglichst lange was vom Schatz zu behalten.

Hach ja, und die Dame, die vor 30 Jahren schon diese herzigen Stinkerle in ihrer weißgekachelten und vor Reinheit nur so blitzenden kleinen Küche hergestellt hat, war eben JENE Maria Pott, die uns am Samstag freundlich blinzelnd die Tür geöffnet hat. Hach, war das … schöööööööööön.

Nach diesem Highlight gings dann nachmittags weiter mit der ganzen Truppe nach Lügde. Zwei Stunden sind wir dort herumgewandert und haben allerlei Fachwerk-Bausünden entdeckt.

Dirk war irgendwann richtig pieselig und knurrig und mußte von dem einen oder anderen Teilnehmer regelrecht wieder auf Häuslebauers Boden heruntergeholt werden. 😉

Der Sonntag dann führte uns nochmal tief ins Lipper Land hinein und endete in Schwalenberg beim Kaffee.

Es war alles in allem ein schönes und lehrreiches Wochenende – wir haben u.a. ein paar Ideen zur Gestaltung unseres Tennentores gesammelt – und für die Viren des Vorstandsvorsitzenden war es sogar ein überaus erfolgreiches: wir mußten ein paar davon mit nach Hause bringen und verteilen die grad erfolgreich im Hessischen. Hatschiiiiiiiiiiiiiii.

Ach ja: ein „Fritz“ war auch dabei und ich hatte öfter mal einen Krauleinsatz am Hund zu leisten. Auch an „Fritz“, den „WolfshundmitIrgendwasMix“ aus Madrid mit den traurigen Augen des Eunuchen ein leises und verstehendes „Wuff Wuff“, Vielleicht ist im nächsten Jahr ein Landseer namens „Bruno“ mit von der Partie. 😉 Mal sehen, was „Emilie“ im nächsten Jahr wurfmässig so zustande bringt… 😉   wobei es ja eigentlich schon einen „Bruno“ in unseren Herzen gibt.

Aber die Vernunft sagt: in diesem Jahr noch nicht. *schnief* Wobei mein Cousin den Bruno NICHT mit den anderen 4 Welpen verkauft hat. Bruno aus dem Bayrischen bleibt in der Familie.

4 comments to Hummersen…

  • Manon

    Moin, Und? Habt Ihr wenigstens auch Ulrikes Handarbeiten, insbesondere Ihre selbst gesponnenen und gestrickten Sachen bewundert? Die Welt ist klein! Wir haben jetzt sogar eine Decke im Schlafzimmer und müssen nur noch einmal Schleifen und nachspachteln, dann können wir endlich streichen.
    Liebe Grüße von der Baustelle!
    Manon

  • Klar haben wir Ulrikes Handarbeiten bewundert! Konnte mich grad noch zurückhalten Filzpantoffeln zu erstehen – gabs nicht in meiner Größe 😉 Außerdem haben wir ihr leckeres Schmalzbrot gefuttert. Mnjam!

  • […] Geschrieben von Dirk am 29. Oktober 2010 Angelika hat ja schon geschrieben, dass ich in Hummersen immer wieder rumgeknurrt habe bei Fachwerk-Bausünden… häßliche 60er-Jahre Steinhäuser, […]

  • […] wie in Hummersen habe ich wieder viel rumgeknurrt – fast wie einige der Fratzen an der Bergapotheke in […]

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