Von Schafen und Holzwürmern

Tja, was gibt es zu berichten, da wir zur Zeit eigentlich nichts am Haus machen können? Zuerst: Es schneit! Links ein Beweisfoto unseres Balkon-Schafs Agathe, das darauf hofft, irgendwann nach Butzbach auszuwandern. Trotz Schnee und „ziemlich eklig kalt“ haben unsere Zimmerleute Dienstag angefangen, im Ruinchen morsche Balken auszuwechseln. Sie versuchen dabei möglichst wenige Gefache zu zerlegen, aber wärmer wirds dadurch auch nicht…

Der Besitzer von Nachbarhaus und Mäuerchen hat erlaubt, dass wir die Mauer in den nächsten Wochen komplett abreißen. Das gibt Spiel, Spaß und Sport für Jungingenieur, ollen Ingenieur und andere fleißige Helfer. Dafür sollte allerdings das Erdreich zwischen Mauer und Rückwand nicht tiefgefroren sein, sonst macht’s mehr Muskelkater und Frust als nötig.

Angelika meint grad, ich soll auch noch von der nicht wendelnden Wendeltreppe berichten: Leider ist dem Schlosser jetzt erst – nach Detailskizze und erteiltem Auftrag! – aufgefallen, dass man sich den Kopf einhaut, wenn er die Treppe wie geplant einbaut. Also versucht er jetzt das Optimum aus „Treppenloch“, „Treppensteigung“ und „Kopf-nicht-einhauen“ zu ermitteln. Wir werden die Leiter in den Keller also wohl noch nicht so schnell los…

Und wir haben den Kurzbericht zur Dendrochronologischen Untersuchung bekommen. Die Jahreszahlen hat Angelika ja schon geschrieben, nun folgen die Details aus dem Untersuchungsergebnis:

Die Proben ergaben in chronologischer Reihenfolge 1644, 1656, 1668, 1670 (unsicher) und Winter 1975/76, woraus sich Fälldaten um 1670 (Proben 2 und 3) oder kurz vor 1680 (Proben 5 und 6) ergeben. Das einzige über die erhaltene Waldkante sicher ermittelte Fälldatum Winter 1675/76 von Probe 5 findet seine Bestätigung in dem rechnerisch bestimmten Fälljahr von Probe 6 (ca.   [sic! da fehlt die Zahl…], deren letzter Jahrring mit 1656 ermittelt wurde.

Da alle Proben der primären Fachwerkkonstruktion entnommen wurden, ist davon auszugehen, daß das Gebäude entweder in zwei Abschnitten (um 1670 und vor 1680) oder aus teilweise nicht mehr fällfrischem Holz errichtet wurde.

Tja. Also. Wir wissen, dass wir  nix wissen 🙂 Vielleicht wurde das Haus – oder zumindest große Teile davon – nach dem Dreißigjährigen Krieg gebaut. Der große Brand in Butzbach von 1603 könnte etwas damit zu tun haben. Oder eben auch nicht. Vielleicht besteht das Haus auch aus einem Puzzle an Hausteilen, die irgendwann später aus abgerissenen Häusern zusammengesucht wurden. Und vielleicht steht unser Haus auf Resten eines noch älteren Hauses – da gibt es schließlich auch noch den Gewölbekeller… Egal wie: Wir wollen unseren Bauantrag Anfang 2011 einreichen – um dann wie viele Generationen vor uns das Ruinchen vorsichtig zu flicken und für uns anzupassen. 😉

Leave a Reply