Post von der Justizbehörde

Uff. Wir haben heute Post von der Justizbehörde bekommen!

Auf dem Weg von Briefkasten zu Wohnung hat das latent schlechte Gewissen zugeschlagen. Was hab‘ ich denn wohl angestellt? Unser Bauzaun hat einen Rehpinscher auf dem eisigen Gewissen? Das nicht mehr vorhandene Toi-Toi-Klo hatte zu wenig Blümchen-Toilettenpapier auf der Rolle? Im Vorgarten dürfen nach Bebauungsplan nur grüne Mörtelmischer aufgestellt werden?!

Alles falsch. Das Grundbuchamt beim Amtsgericht Friedberg benutzt nur den gleichen Frankierautomaten. Puuuuhhh…

Aber was schreibt denn das erschreckende Amt? Sie hätten das Grundbuch für unser Grundstück angepasst, wir sollten den Inhalt der Eintragungen aber auf Richtigkeit und Vollständigkeit prüfen. Ach ja. Auf Seite 2 steht dann: LNrE 1 – Gelöscht am 16.11.2011. Öhm. Ja? Kundenfreundlicher wärs, wenn das Grundbuchamt auch gleich schreiben würde, was denn vorher in LNrE 1 gestanden hatte. Also alten Grundbuchauszug rausgekramt. Aaaaah…

„Ein Sanierung nach dem Städtebauförderungsgesetz vom 27.07.1971 wird durchgeführt; eingetragen am 30.11.1972″

Heja, unser Haus war tatsächlich nur 38 Jahre und 51 1/2 Wochen ein Sanierungsfall – ganz offiziell im Grundbuch eingetragen. Gut dass sich das Grundbuchamt unser Ruinchen  nicht live angeschaut hat – so von 60er Jahre Behördenbau zu Fachwerksanierungsfall – sonst hätten sie den Eintrag sicher dringelassen.

Der Teekesselchentrollbriefkasten steht übrigens in Flåm / Norwegen. Zumindest stand er 2003 da.

1 comment to Post von der Justizbehörde

  • Vielleicht erhellende Erinnerung eines ehemals als Staatsdiener (Bereich Justiz) geeigneten Bürgers zum oben erwähnten Poststempel: Hamburg war vor über 20 Jahren so aufgestellt, dass die Justizbehörde der „Oberbau“ war, unter dem sich Verwaltung, Gerichte (Zivil, Straf, …), Staatsanwaltschaft, etc. einordneten. Zu meinen Zeiten gab es für alle Bereiche eine gemeinsame Poststelle.

    Dort dürften aus Gründen des sorgsamen Umgangs mit Steuergeldern alle Postsendungen der einzelnen Bereiche abgewickelt worden sein. Das hiess im Klartext: Anstatt, dass mehrere Belegschaften ihre Zeit zwischen den diversen Kaffeepausen, Umtrünken, Geburtstags-, Jubiläums-, Versetzungs-, Beförderungs-, Feiertagsfeiern und Klönschnacks auf den Fluren mit dem Eintüten von Schriftsätzen auffüllten, wurde dieser verdammt harte Job jetzt nur noch an zentraler Stelle erledigt.

    Die Feierkultur in Deutschland fristet seitdem ein erbärmliches Dasein.

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