Dachboden-Sightseeing

Da ich grade kaum Zeit fürs Ruinchen habe und die Lehmmauerei wegen der Witterung auch nicht voran geht, kommt es mir vor als würden wir mit der Sanierung gar nicht voran kommen. Dabei sind unsere Handwerker fleißig – und daher lade ich Euch ein für ein kurzes Dachboden-Sightseeing. Schmunzeln muss ich beim Lesen der Wikipedia: „[Sightseeing] steht für die Besichtigung von kulturellen Zeugnissen und anderen Sehenswürdigkeiten in Städten und in der Natur.“ Denn bei unserem – wie wir finden sehenswürdigen Ruinchen! – war auch das Dach ein Teil der Natur. Irgendwie.

Aber von vorn: Bisher hatte unser Haus ja nur im Wohnbereich einen echten Dachboden – auf die Decke des Raums über der Scheune hat sich kaum mal jemand getraut. Was auch berechtigt war, denn in der letzten Woche ist prompt der Chef der Maurer durch die Decke getreten. (Er hat ein ganz besonderes Verhältnis zur Schwerkraft…) Da wir auch so schon viel zu sehr hohe Räume im Scheunen-Stallbereich haben, brauchen wir einen durchgehenden Dachboden. Und dank der Zimmerer liegt die erste Schicht OSB-Platten für den neuen Dachboden:

 

Links der Blick Richtung Straße, rechts zur Hausrückseite. Im linken Bild kann man bei genauem Hinsehen ein sehr spezielles konstruktives Detail sehen, hier in groß:

Ich nenne das mal „Dachpfettengelenk“… sprich: das Ding ist „durch“ – und das gleich an zwei Stellen. Es wird wirklich Zeit, dass wir schnell das neue Dach bekommen! Unser Architekt sieht das „Sondergelenk“ recht locker a la „Das hat so lang gehalten, das hält auch noch eine Weile“ – bitte Daumen drücken…

Neben der früher mal im Dach wuchernden Flora sieht man auch schön den Unterschied zwischen alten und noch deutlich älteren Biberschwanz-Ziegeln. Im direkten Vergleich wird das Biberschwanz-Mosaik noch deutlicher:

Offensichtlich wurden irgendwann vorn zur Straße neue(re) Dachziegel eingedeckt und die Reste auf der Hausrückseite genutzt. Ob wir das nachmachen und auch alte Ziegel wieder aufs Dach legen oder komplett neu eindecken ist noch nicht klar – für beide Alternativen gibt es gute Gründe. Was meint Ihr?

8 comments to Dachboden-Sightseeing

  • Pro alte. Nur woher genügend bekommen?

  • Ich hoffe dass wir ca. die Hälfte der Biberschwänze wiederverwenden können. Den Rest müssten wir mit neuen Ziegeln decken. Aber der Arbeitsaufwand ist halt nicht zu verachten… das wird wohl ohne fleißige Helfer teurer als wenn wir einfach alle Ziegel entsorgen und komplett neue decken lassen.
    (Warum hab‘ ich grad so einen bösen Comic vor Augen, wo jemand olle Biber aufs Dach tackert…? Mag das wer zeichnen – Angelika? 😉 )

  • Angelika

    Klar doch! Ich sehe es auch schon direkt vor meinem geistigen Auge… hoffe aber dann nur, daß uns nicht der Tierschutzverein oder PETA auf die Pelle rücken.
    Alternativ könnte ich Justin Bi… äh, verbraten. Aber dann plärren wahrscheinlich die Mädels von der Weidig-Schule und ich weiß nicht, was schlimmer ist. Wobei – kreischende Teenies sind definitiv die größere Plage!!! Also werden es Pelznasen werden, die ich antackere. 😉

  • Beim Grillsportverein steht PETA für „People Eating Tasty Animals“ – ich schau‘ da gleich mal nach, wie man Biber zubereitet…

  • Da musst Du nur mal die Kochbücher der Mönche durchgehen. Der Biber lebt im Wasser und ist demnach kein Fleisch sondern eine Art Fisch.
    Fazit: In der Fastenzeit gibt´s Bieber! Ein Grund warum die Tierchen nahezu ausgestorben waren in Europa.

    Wünschen Euch einen guten Rutsch

  • ich kenne dieses „es scheint nicht voranzugehen“ inzwischen gut aus eigener Erfahrung. Allerdings ist es bei uns genau umgekehrt. Da hab ich die Woche vor und nach Weihnachten Urlaub und bin der einzige auf der Baustelle. Aber die Handwerker sind nicht da. Urlaubszeit eben. Mal schauen, wann die so richtig loslegen.
    Und zum Thema Ziegel, kannst man die alten Biberschwänze auch sinnvoll gegen Sturm klammern? Bei der Wetteränderung vielleicht auch ein guter Grund.
    Weiterhin viel Spaß und Erfolg

  • Florian, bei uns war leider auch nichts los auf der Baustelle. Unsere Handwerker haben ihren wohlverdienten Urlaub. „Global Warming“ ist wohl am ungewöhnlich warmen Wetter schuld, trotzdem war es aber nachts so kalt dass ich dann doch lieber keine Lehmsteine mauern wollte… Also war Planung und Theorie angesagt, KNX/EIB-Vokabeln pauken, Ideen sammeln.
    Biberschwänze auf alten Häusern haben viele Stürme überstanden, ich hoffe unsere bleiben bei Sturm „Andrea“ auch da wo sie sind!

  • […] Schon wieder: Biber Geschrieben von Dirk am 15. Januar 2012 Angelika hat tatsächlich den Biber getackert gezeichnet. Darf ich vorstellen, hier ist Bob der Baumeister […]

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