Endlich wieder Praxis

Nun gab es endlich wieder etwas „Praxis am Bau“ – ich hatte schon überlegt ob ich joggen gehe, um wieder mal etwas Bewegung zu bekommen…

Beim Jungingenieur war das wohl auch so, jedenfalls war er sofort begeistert, dass der Mauerrest im Keller weg soll. Er durfte – später unterstützt durch den Jungingenieur-Assistenten – prüfen, ob die statischen Überlegungen unseres Architekten passen. Der hat den Abriss befohlen (Indikative), der Jungingenieur war Exekutive – und ich durfte die Reste aus dem Keller schleppen. Danke auch.

   

Nach Statik I („Los gehts!“), Statik II („Mal sehen ob die Decke runterkommt!“) und Statik III („Das hält ja wirklich!“) schaut das am Ende bei Statik IV so aus

Also für mich sieht der Keller so viel größer aus! Vielleicht kann aber das komische Teil in der Ecke auch noch weg – mal sehen was der Architekt dazu sagt…

Und dann gabs dieses Wochenende eine unerwartete Neuanschaffung: Seit langem überlege ich einen „Speedheater“ zu kaufen. Das ist ein Gerät mit dem man – so sagen Hersteller und einige Anwenderberichte im Web – Lack sehr gut von Möbeln, Türen, Böden und Plüschtieren abbekommen soll… äh. Falsch. Oder fast richtig. Egal. Jedenfalls sind die Geräte verflixt sehr teuer. Und die Miete auch. Jetzt habe ich einen Speedheater relativ günstig gebraucht gefunden – und schnell zugeschlagen. Und selbstverständlich auch gleich ausprobiert 🙂

Als erstes habe ich mir den Holzboden im 2. Geschoss vorgeknöpft, da wir bald klären müssen ob wir den vorhandenen Boden retten können weiterverwenden wollen.

Die Lackschicht auf dem Boden ist an den meisten Stellen recht dünn, daher hat es nur einen Moment gedauert, bis der Lack heiß genug war zum Abkratzen. Beim zweiten Testobjekt war das etwas anders:

 

Als Testobjekt opferte sich missbrauchte ich W8a, einen Küchenschrank unserer „neuen“ Küche. Links vor, rechts nach dem Experiment. Auf dem Bild auch ein ganz normaler Farbabkratzer aus dem Baumarkt, den ich für größere Flächen praktischer finde als die beim Speedheater beigelegten Schaber. Also bisher ist mein Eindruck positiv, mit einem Schleifgerät hätte es viel Staub gegeben, so nur Krümel und einen Geruch, der an alte Möbel erinnert. Was ja auch bei Fußboden und Küchenmöbeln unbekannten Alters > 50 Jahren passt.

Genau, da war noch was: Über 50 Jahre alt ist auch die „FUNK UND FERNSEH ILLUSTRIERTE“ für die Woche vom 8. bis 14. Juni 1958, die ich beim Fussboden-Speedheater-Test unter den verschiedenen Fußboden-Resten gefunden habe.

Für den Jungingenieur wahrscheinlich völlig aus der Welt, für mich aber auch ein Anlass zum Schmunzeln: Ein Programm. Mehrere Fernsehsender, die aber nacheinander senden. Und dazu „Sowjetzonen-Fernsehen“. Vielleicht verstehe ich aber auch das Programm falsch – eventuell kann uns hier Tille weiterhelfen? Schmankerl am Rande auf der ersten Seite: „Ein idealer Gatte“ von Oscar Wilde ist eine Komödie – oder doch Utopie? 🙂

Und bei Zeitung fällt mir doch noch was ein: Es gibt ja schon – für uns erstaunlich! – viele Zeitungsartikel zu unserem Ruinchen, die wir auch alle hier gepostet haben (hoffentlich haben wir alle erwischt!). Deswegen haben wir alle Artikel – und den Radiobericht vom hr – in einem Dokument zusammengefasst. Das Dokument ist auf der Seite „Über Einhausbau.de“ verlinkt.

8 comments to Endlich wieder Praxis

  • Ole

    Meine Mutter hat mal zig Quadratmeter Holzparkett mit einem Heißluftgebläse bearbeitet. Puh hat das gestunken 🙁

    Ich darf doch davon ausgehen, dass ein ordentlicher ABEK oder A2B2E2K2 Filter für die Vollmaske verwendet wird, die du bei deinen Experimenten trägst? 😉

    Grüße & frohes Schaffen!

    Ole.

  • *hust* ähem! Mit dem Speedheater stinkts fast nicht, das Ruinchen ist ja noch sehr gut belüftet… also hab ich die kurzen Experimente ohne Darth Vader Atemschutz durchgezogen. Wären Halbmasken wie die Dräger X-plore 3300 mit ABEK1-HgP3RD Filtern ok?

  • Micha

    … Tipp am Rande: Viel schneller und weniger nervig geht das ganze mit einer Boden/ Parkettschleifmaschine mit gröbstem Papier drauf. Was du da in 1 Stunde abschleifst, machst du mit dem Bandschleifer in 10 Minuten. Kann man im baumarkt für bilig Geld leihen und spart extrem Nerven!!

  • Micha

    <> meint abkratzt!

  • Tille

    Ich wohnte von 1957 bis 1969 im Kirchplatz vier, aber unser erster Fernseher kam erst in 1967 in’s Haus. Kann also mit dem TV Programm nicht weiter helfen.
    Ich kann mich aber noch sehr gut an den herrlichen Duft (Pfui Teufel war das ekelig!) erinnern wenn die Mutti die Treppen und den Holzboden im „Haengezimmer“ mit Schellack bepinselt hat. Pfui, pfui, pfui!
    Weiterhin viel Erfolg beim Renovieren! Wenn ich im Sommer 2013 nach Butzbach komme wuerde ich mir die Fortschritte gern mal persoenlich anschauen.
    Tschuess

  • Angelika

    Sommer 2013? Butzbach??? Besuch?????
    Na dann sagen wir aber doch mal „welcome back to the roots“!!! 🙂
    Wir freuen uns jedenfalls auf den Besuch und denken, daß bis dahin auch endlich das Dach erneuert ist!!!
    Wenn ich bedenke, daß es schon Ende Januar für „so circa in 2 Wochen“ avisiert war…
    Und das Hängezimmer hängt gottlob auch nicht mehr „nur so und mit Gottes Hilfe“ in der Luft herum: es ist jetzt alles sicher begehbar und dank der Bibliotheks-Ebene hat es auch einen neuen Eingang bekommen.
    Also dann, liebe Tille: see you soon!

  • […] meiner Frage an unsere Denkmalpflegerin ging es um das “Ding ausm Keller“, dessen Funktion wir uns immer noch nicht erklären […]

  • […] versuchen die alten Möbel aufzuarbeiten. Daher habe ich bei schönem Wetter unseren Anhänger als Speedheater-Arbeitsplattform genutzt und die ersten Schränke […]

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