Zwei kleine Gefache für Dirk…

… ein riesiger Sprung für’s Ruinchen. Ok, das ist eine gruselige Anspielung auf Neil Armstrong, aber wir wollen ja schließlich auch Astro-, Kosmo- und Taikonauten auf unsere Seite locken 😉

Jedenfalls habe ich heute – hoffentlich! – die letzten beiden kleinen Gefache auf der Strassenseite zugemauert. Die waren etwas kniffeliger, da es um die kleinen Lücken über den beiden Fenstern im Erdgeschoss ging. Dort sitzen die Fenster unten auf Riegeln auf – oben klebt nur Kompriband auf dem Fensterfutter. Und auf Kompriband Lehmsteine mauern ist wohl keine gute Idee. Also war die Lösung: mit den neuen Stechbeiteln saubere Führungen ins Eichenholz kloppen, Holzbretter eintreiben und auf denen Lehmsteine mauern. Und das ist auch dringend nötig, denn der Weißbinder wartet schon darauf, auch diese beiden Lücken zu verputzen – die restlichen Gefache auf der Straßenseite sind bis auf den Oberputz schon fertig. Und das schaut so aus:

Ein riesiger Unterschied – das schaut doch schon fast wie ein „fertiges“ Fachwerkhaus aus, oder? Angelika findet es nicht so besonders überraschend, da es genauso aussieht wie sie es sich schon immer vorgestellt und aufgezeichnet hat. Aber für mich ist das ein riesiger Schritt, Entwurf auf Papier und „echt anfassen“ ist einfach eine ganz andere Welt.

Bald steht dann die Entscheidung an, wie das Fachwerk aussehen soll. Daher hat der Weißbinder zwei „grünliche“ Farbproben ins Esszimmer in die Scheune gestellt:

So sehen die beiden Farbbretter am Haus aus:

Ja, der dunklere Grünton wäre ok, wenn er nicht so dicht deckend wäre. Aber wir fänden „ungefärbtes“ Fachwerk viel besser. Dabei sind zwar die Holz-Reparaturen deutlicher sichtbar, aber uns gefällt das Ruinchen Perlchen auch so. Es war ja vermutlich nie ein repräsentatives (und damit vielleicht farbiges) Haus, sondern ein schlichtes und praktisches Ackerbürgerhaus. Mal sehen, was die Abstimmung mit unseren Denkmalschützer(inne)n ergibt. Die werden sich hoffentlich über den neuen Artikel von Frau Littau-Rust in der Wetterauer Zeitung / Gießener Allgemeinen freuen. Wir freuen uns auch, obwohl ich im Artikel doch als ganz schön stur dargestellt werden. Bin ich doch gar nicht, oder…? 😉

6 comments to Zwei kleine Gefache für Dirk…

  • Anja

    Grasgrün???? Habt ihr jemals in der Nähe ein solches Fachwerk gefunden? Ich kenne nur Brauntöne! Das kommt mir gerade wie Stilbruch vor…. Das Dunkelgrün wäre ja noch eine Art Kompromiss…. Hmmmm….

  • Angelika

    Sei froh, daß mich Dirk in nächtelangen Endlos-Diskussionen vom z.Zt. doch so hippen Leo-Look abgebracht hat! Und Dirks Favorit Neon-Gelb mit Fluorit-Anteil (also nächtens selbstständig leuchtend) wollte ich halt nicht. Hello-Kitty-Pink gefiel uns dann gottlob beiden nicht, und so kamen wir schlußendlich auf Grashopper-Green! 😉
    Keine Sorge: das Quietschegrün kommt garnicht in die Tüte oder ans Haus und das dunklere Grün geht zumindest pigmenttechnisch in die angedachte Richtung.
    Unsere Pflegerin – also die denkmalende – meinte vorhin am Telefon, daß eigentlich eine Belassung in Natur nicht fachwerküblich sei und da schon Farbe drauf müsse… *seufz*.
    Wir werden sehen… und JA: Grüntöne sind sehr wohl gebräuchlich für Farbfassungen an Fachwerkhäusern. Ich tendiere immer noch zu einem sehr matten Grünton, der in die Richtung „Erbse“ geht. Also nicht so dunkel wie auf dem Brett rechts. Da wären mir die Kontraste zu hart. Und uns beiden wäre es auch lieb, wenn es eine Art Lasur würde, die die Holzstruktur offen läßt. Muß man dann zwar alle paar Jahre nacharbeiten, aber optisch ist das Ergebnis überzeugend.

  • ole

    Es ist schade, dass ihr das Fachwerk anmalen müsst aber wenn, dann würde mir ein mattes Grün auch sehr gefallen. Immerhin hat es dann vielleicht noch etwas ‚Moosbewachsenes‘ an sich 🙂

    Das sieht schon wirklich grandios aus, ihr beiden. Viel Erfolg weiterhin.

  • Nina

    Wie schön, es ist fast fertig! 😉 Ne, im Ernst, es ist beeindruckend, was so ein bischen Putz in den Gefachen ausmacht.

    Zu der Farbgestaltung der Balken fände ich so in Natur sehr schön. Wenn es Farbe sein müsste, dann wirklich etwas, was die Balken nicht zu zupappt.

    Wir haben heute übrigens aus der Ferne euren Kirchturm nebenan winken sehen. Wenn wir nicht schon 1000km abgerissen hätten, wären wir glatt Richtung Butzbach abgebogen und hätten mal gelunzt. 🙂

  • Angelika

    Och menno, hättet ihr doch mal „gelunzt“… nebenan gibt es super leckeren Kuchen, Kaffee und/oder Eis. Aber ich kanns nachvollziehen: nach 1000 km Fahrt ist man nur noch platt und will nur noch heim.
    Ja: Farbe muss wohl leider wirklich sein. Ich glaube auch nicht, daß beim Termin mit der Denkmalpflege am Dienstag was anderes herauskommt.
    Naja, mal sehen… vielleicht können wir sie ja auch alle „totquatschen“. 😉

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