Torheiten

Auch wenn hier grade noch die Jecken um die Häuser ziehen – es geht nicht um Karneval. Und auch nur kurz um unser Scheunentor, an dem unser Schreiner die Zierleisten angebracht hat – uns gefällt’s! 😉

Scheunentor„Was will der Tor denn nu‘ mit den Torheiten?!“ Es geht um meinen ersten Torbastelversuch. Der sich als Erstlingstüftelei absolut nicht mit dem Glastor messen kann – aber mal sehen wie das ganze ausgeht…

Das Bastelprojekt soll das alte Tor zum Nachbarhaus ersetzen, das sich in Auflösung befindet und bei jedem Windstoß umfällt (ok, ich hätte die Bänder nicht abmachen sollen…). Da wir das neue Törchen erst mal nicht streichen wollen, habe ich gehobelte Lärchenholzbretter besorgt, was an sich schon eine Aktion war: Fichte und Kiefer gibts an jeder Ecke, wunderbares Holz zum Instrumentenbau mit Preisen jenseits jeder Schmerzgrenze auch (Andreas, ich bewundere Dich dafür dass Du bei dem Preis nicht mit einer Wimper sondern nur der Kreditkarte gezuckt hast!) – aber halbwegs bezahlbare Lärchenbretter habe ich erst mit Michaels Hilfe gefunden. Danke nochmal dafür!

Auf gehts: im Lieblings-Baumarkt Ladenbänder gekauft. Edelstahl: unbezahlbar. Gelb verzinkt: bezahlbar.

Ladenband gelbverzinktNur eigentlich wollen wir eher so Ladenbänder in brüniert. Irgendwie schwarz. Jedenfalls nicht gelb. Nach viel Sucherei im Netz wie man richtig brüniert ist das ausgefallen. Lackieren auf verzinkten Bändern klang auch nicht so gut, also: Zink runter:LadenbandbadewanneDazu habe ich die beiden Bänder in Essigessenz aus dem Supermarkt baden gelegt und zwischendurch ein bisschen massiert abgerieben. Bevor Ole wegen Zinkdämpfen zu Recht darauf hinweist dass das ganze ziemlich ungesund ist: Schutzausrüstung.LadenbandschutzausrüstungDer Atemschutz (Dräger X-plore ABEK1Hg-P3) ist erstaunlich gut, ohne Maske würde einen alleine schon die Essigessenz ziemlich umhauen. Und nochmal für Ole: Ja, die Handschuhe sind für Chemikalien gedacht und keine Spülhandschühchen a la „Sie baden grade Ihre Hand darin!“…

Nach recht kurzer Zeit schauten die Bänder erst so und dann mit zweimal lackieren so aus:

Ladenband ungestrrichen Ladenband angestrichen

Wobei das mit dem Holz ja irgendwie wichtiger ist bei Holztorheiten. Im Netz gibt es auch dazu verschiedene Ansätze, meist mit einfachem „Z“ auf der Torrückseite. Damit sich das ganze etwas weniger verzieht werden manchmal die Bretter etwas eingeklingt. Probieren wir doch einfach mal aus, ob das klappt:TorrückseitenkonstruktionMan könnte das sicherlich noch etwas schöner und präziser ausarbeiten, aber das wird ja auch kein Gesellenstück, sondern ein Praktikantenversuch. Also nehmen wir das einfach mal so wie es nach einiger Bastelei, sägen mit den Japansägen und etwas – hust – Anpassung mit der Raspel ausschaut. Beplankt sieht es dann so aus:

Torkonstruktion beplanktDie grauen Flecken sind fast alle von der Baustellen-Kamera… nur ein paar davon dass ich auf Knien rumgerutscht bin… Noch sind die Bretter auch nicht oben und unten grade abgesägt, es fehlen die brünierten gestrichenen Ladenbänder, die Endmontage – aber davon nach Aschermittwoch.

[Nach Aschermittwoch]

So schaut das Tor heute aus. Hat Spaß gemacht ein bisschen mit Tauchkreissäge, Oberfräse und Japansäge zu basteln. In den nächsten Tagen kommt noch ein Verschluss dran und etwas mehr Farbe an die Ladenbänder und Schrauben.  Also so wahnsinnig gut haftet die Farbe nicht…

ToreinbauversuchBei diesem Toreinbauversuch kam auch gleich noch ein Beleuchtungsversuch heraus. Damit ich genügend Licht zum Einbauen hatte, habe ich den billigen Aldi-Baustrahler vor dem Haus aufgestellt und mal so richtig hell gemacht:

FlutlichtversuchDas könnten wir eigentlich häufiger machen, zum Beispiel bei Festen in Butzbach oder wenn es wieder Nachtwächter-Führungen gibt. Was sagen die mitlesenden Butzbacher dazu? 😉

11 comments to Torheiten

  • Anja

    Ihr Bastler seid Weicheier: die gute Hausfrau hantiert mit Essigessenz ohne jegliche Schutzanzüge… Sorry, musste ich mal loswerden!

  • hihi, den Kommentar mit der Essigessenz für Weicheier finde ich gut……………. hüstel……….

    Also, die Tür sieht wirklich aus wie eine Tür. Für schöne Bänder ist übrigens ebay richtig gut, da gibt es tolle Lieferanten für nicht wirklich teures Geld. Und oft für richtig wenig Geld richtig stabile antike Bänder ec. Da haben wir uns schon richtig gut eingedeckt.

  • Achso, einfach Suchbegriff „Eisenteile“ eingeben und man bekommt üblicherweise alles, was das Herz begehrt.

  • Ähm, nur fürs Protokoll: Den Atemschutz hab‘ ich wegen der Zinkdämpfe benutzt, die sind nämlich nicht ohne…

  • Ute

    Hey Dirk,

    kannst du mir mal erklären, wie beim Abbeizen mit Essigessenz Zinkdämpfe entstehen??? Zink ist meines unmaßgeblichen Chemikerwissens nach ein Metall und verdampft erst bei 907°C – und so heiß ist die Lösung wohl hoffentlich nicht geworden, oder???

    Grüße Ute

  • Ole

    Huhu,

    du bastelst ja interessante Sachen. Die Tür gefällt mir richtig gut und das ineinander verschachtelte „Z“ ist grandios geworden. Ich glaube so gut haben die bei meinen Toren nicht gearbeitet damals…

    Die Handschuhe kenne ich übrigens von der Feuerwehr ^^ – obwohl wir vermutlich vieeeeeel teurere X-geschützte tragen (die teurer sind, weil dann „Feuerwehr“ draufsteht).

    Was die Zinkdämpfe betrifft bin ich auch etwas ratlos. Sofern ich das richtig verstehe, dann entsteht höchstens Wasserstoff aber das Zink wird vermutlich in dem Essigbad bleiben. Allerdings bin ich kein Chemiker und verlasse mich gerne auf lesbare Informationen halbwegs professionell wirkender Quellen (Internetseiten 😀 ) – ich würde aber grundsätzlich die Maske trotzdem aufbehalten.

    Zum Thema Maske / Essig / Weicheier fällt mir noch ein: Damals(tm) hat sich keine Sau darum geschert was eingeatmet wurde, heutzutage kann/darf man nichts mehr anpacken ohne komplette Sicherheitsausrüstung. Ich würde aber trotzdem bei solchen Experimenten lieber vorsichtig vorgehen, als sich nachher über Atembeschwerden zu ärgern.

    Freut mich wieder was von euch zu lesen!

    Grüße!
    Ole.

  • Angelika

    Ich hätte ja schon schon längst mal wieder was geschrieben, aber da mein Herr und Meister dank der spammer und hacker-Attacken irgendwas am login… aeh wurscht, jedenfalls fand ich den Weg nicht mehr rein, blieb draussen und habs nun endlich wieder gecheckt. *g*
    Und falls Nina und Oliver heute oder morgen lesen – ich konnte nicht mit zur Hausforscher-Tagung, weil die Hexen zugeschlagen oder besser gesagt geschossen hat.
    Eine eklige Entzündung des Beinnervs hält mich vom zu vielen Sitzen ab und diese Wochenenden werden erfahrungsgemäss ziemlich anstrengend.

    Also hoffe ich euch ein anderes Mal wiederzusehen! Alle drei dann hoffentlich. 😉

  • Ja, ja… in den Kommentaren im Artikel hier krieg‘ ich ja echt was ab! Hausfrauen, Chemikerinnen, Ruinchen-Tüftlerinnen – pah! Nur mal so für’s Protokoll: Das mit den Zinkdämpfen hab ich wohl falsch verstanden, ich hatte Seiten durchgelesen, wo Leute Ladenbänder und co brüniert haben, indem sie die Dinger zuerst ins Feuer geworfen haben. Dabei gibt’s Zinkdämpfe – bei meinem Essig-statt-Abbeizer-Aktion wohl nicht.
    Und meine Spammer- und Hacker-Sperre war gar nicht schuld, sondern die fehlende Benutzung der Shift-Taste 😉

  • Ute

    Dann mal weiterhin viel Erfolg und Dir, Angelika, gute Besserung.

  • Nina

    @ Angelika: Aua! Gute Besserung dir!

    Wir waren dieses Jahr aber auch nicht bei den Hausforschern. Wäre mit der Kurzen nicht so gut gegangen. Außerdem muss ich endlich meine verflixte Dissertation fertig schreiben und habe daher alle Freizeitaktivitäten (außer Kindhüten ;-)) auf Eis gelegt.
    Immerhin habe ich meiner Schwester versprochen, diesen Sommer bei ihr vorbeizuschauen und da habe ich einen Butzbacher Baustellen-Besuch fest eingeplant. Ich hoffe sehr, dass ihr dann gerade fleissig am Werkeln seid.

    Liebe Grüße von den Dreien aus Göttingen

  • […] von unten nach oben. Ja, rechts sieht man tatsächlich aus dem Keller heraus mein selbstgebautes Tor. Ganz ehrlich: Die Perspektive ist – sorry – […]

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