Life Is a Rollercoaster

Life is a rollercoaster – aber Baustellen sind Achterbahn auf Ecstasy! Unsere letzten Wochen waren teilweise superkalifragilistischexpiallegetisch, teilweise aber auch echt „och menno, das muss doch jetzt nun echt nicht sein?!“. Verglichen mit dem furchtbaren Mikado bei Fachfräulein und Herrn Holznagel oder den vielen Hochwasser-Opfern sind wir gut dran, aber trotzdem: Wir wollen spätestens Weihnachten 2013 in unserem Perlchen wohnen! Also lieber Weihnachtsmann: Schick‘ bitte ein paar Elfen zum Helfen vorbei. Und Rudolph als Transporthelfer, wir versprechen ihn auch nicht auf den Grill oder in den Dutch Oven zu werfen…

Hier daher eine unsortierte Sammlung von Ups & Downs unserer Perlchen-Achterbahn:
Highlight war der Besuch aus den USA. Den hatte Tille im März angekündigt, dass es jetzt tatsächlich geklappt hat: wow! Tille war nach 27 Jahren das erste Mal wieder in Deutschland – und dann gleich am ersten Tag ein Besuch im alten Zuhause, unserem Ruinchen Perlchen: Das hat uns umgehauen! Vielen herzlichen Dank – und wir freuen uns sehr auf Deine nächsten Besuche 2013, 2014, 2015… d.c. al fine – und „fine“ ganz ganz spät! (Besonders hofft natürlich Angelika Tille endlich kennenzulernen, weil sie arbeitsbedingt nicht dabei sein konnte und nun noch neugieriger ist!)

Nicht so gut: Unser Schreiner empfiehlt – nachvollziehbar – Raum-lange Dielen in Esszimmer, Wohnzimmer, Bibliothek und so für mehr als 100 Euro pro Quadratmeter – nur für Material! Sorry, wir waren zwar so verrückt ein Haus für einen Euro zu kaufen und gefühlt irrwitzig viel Geld in die Sanierung zu stecken, aber unser Goldesel hat grade Urlaub… mal sehen, für was wir uns entscheiden, irgendwas „holziges“ wird es wohl werden. Raum-lang ist aber ohne großen Lottogewinn nicht drin. Oder sucht grade ein Dielenhersteller ein Referenzobjekt? 😉

Gut ist: Wir haben unsere Bautüren über ebay-Kleinanzeigen gekauft – und da auch wieder mit ein paar Euro Gewinn verkauft. Eine Tür steht seit ein paar Tagen nur einen Kilometer von unserer alten Wohnung entfernt auf dem Frankfurter Riedberg in einer „modernen“ Baustelle. Was sind wir froh dass wir da oben kein Schachtel-Haus bauen! (… und dass die Bautüren nicht mehr im Weg stehen…) (… und „alte Wohnung“ ist im Vergleich zum Perlchen ein Witz, ich geb’s ja zu…)

Echt doof: Wir hatten unseren Lieblingswollenwirhaben-Hund gefunden – aber nicht bekommen! Das Tierheim in Frankfurt hatte drei Landseer-Mix-Welpen zum Abgeben auf der Webseite. Ich hatte deswegen eine fast schlaflose Nacht und habe nachts um drei Uhr noch eine Mail ans Tierheim geschrieben. Denn wir hoffen ja sehr auf eins dieser knuffeligen Landseer-Hundeviecher, die irgendwann so groß werden wie ein Kälbchen, da wäre ein Tierheimhundekind ja genau das richtige. Und bei einem Landseer-Mix muss man auch nicht befürchten, dass die Hundemarke dauernd auf dem Boden schleift…  Aber leider gab es zu viele Interessenten – und gegen uns als neue Landseer-Mix-Betüdler sprach halt leider, dass wir noch in einer Wohnung in Frankfurt wohnen. Hmpf! Wir müssen echt bald fertig werden mit dem Sanierungskrams – aber hej…

Jabadabadooo! Ein wichtiger Schritt ist geschafft, der Estrich ist „drin“:

Fussbodenheizungsvorbereitung  Estrichteich  Wohnzimmerestrich

Links noch kein Estrich aber Fussbodenheizungsverlegemuster, mittig Estrich direkt aus dem Mischer flüssig mit Konsistenz wie dreckiges Wasser – und rechts schon angetrocknet und sehr vorsichtig betretbar.

Und wieder runter: Ein Loch in Gewölbe und vermutlich auch Geldbeutel: Unser Gewölbekeller hat ein weiteres Lüftungsloch. Eigentlich sollten unsere Maurer nur ein Loch aus dem „normalen“ Keller nach draußen bohren. Das letzte Mal haben sie „draußen“ und „oben“ verwechselt. Dieses Mal waren sie nicht dran schuld:

Das Loch - von oben Das Loch - von unten

Blöderweise endet unser Gewölbekeller zu einer Seite im Nichts. Da wo die Wurzeln Luftsprünge machen. Jetzt stellte sich aber leider heraus, dass das Loch höher endet als gedacht, der Gang zum Nachbarhaus tiefer. Voila: Man kann jetzt von oben ins Gewölbe schauen – oder von unten nach oben. Ja, rechts sieht man tatsächlich aus dem Keller heraus mein selbstgebautes Tor. Ganz ehrlich: Die Perspektive ist – sorry – sch….!

Dusselig-schlecht: Dann gab es noch Chaos beim Bestellen der „Badmöbel“. Bestellt waren offensichtlich nur die Sachen, die unser Sanitär- und Heizungsbauer direkt beim Laden abgeholt hat. Oder bei denen wir Änderungen brauchten (Waschtisch und Duschwanne mit anderen Größen als zunächst geplant). Aber die gleich am Anfang richtig geplanten Sachen? Tja, die fehlten komplett. Hoffentlich kommen sie noch rechtzeitig vor den Betriebsferien auf unserer Baustelle an. @Weihnachtsmann: Können wir nochmal auf den Transport-Deal zurückkommen?

Positiv – tut gut: Ich habe die ersten Küchenmöbel ins Perlchen gebracht – und sie scheinen tatsächlich entsprechend Plan zu passen. Mehr als spannend, da an der Wand zum Nachbarhaus wegen Holzfaserdämmplatten viel mehr Wandaufbau drauf kam als ich kalkuliert hatte. Puh!

Spülmaschinenbegrenzungsschränke Herdbegrenzungsschränke

In die Lücke vor dem Fenster kommt die Spülmaschine, vor die Wand kommt links der Herd, rechts der Kühlschrank. Für die Lücken muss ich noch nach den richtigen Geräten suchen, beim Herd plane ich unseren alten Backofen aus der Wohnung einzubauen: Ein normal großer Backofen mit integrierter Mikrowelle, für den wir beim Verkauf wohl kaum noch Geld bekommen. Beim Rest? Schauen wir mal…

Trotzdem doof: Unser – sehr guter – Schreiner hat deutlich gesagt, dass er die ollen Möbel wegwerfen würde… ich dürfte aber neue Möbel in seiner Werkstatt bauen, die genauso aussehen. Sein Angebot ist echt super-nett, aber ich will zumindest versuchen die alten Möbel aufzuarbeiten. Daher habe ich bei schönem Wetter unseren Anhänger als Speedheater-Arbeitsplattform genutzt und die ersten Schränke entlackt.

Speedheaterarbeitsplattform  Linoleum im Küchenschrank   Schrank gespeedheatered

Links ein Unterschrankablackversuch, mittig Linoleum (dazu gleich mehr), rechts ein ansatzweise entlackter Unterschrank.

Wieder ein „Hoch“ und ein netter Hersteller: In einigen Schränken war unten „schwarze Farbe“, die beim „speedheatern“ richtig fette Streifen zog. Es stellte sich heraus, dass in den alten Schränken Linoleum verlegt wurde – was viel kratzresistenter ist als Lack (wenn man es nicht gerade mit Hitze rausekelt…). Daher habe ich Forbo angemailt – einen Linoleum-Hersteller – und habe von einem Anwendungstechniker eine sehr ausführliche Anleitung erhalten, wie wir in unsere Schränke neues Linoleum einkleben können und was wir dabei beachten sollen. Das wird spannend, kniffelig und: wir werden darüber berichten 😉 Vielen Dank Richtung Firma Forbo!

Und dann noch ein netter Hersteller – Prämeta: Vor dem Lack-Entfernen und Abschleifen habe ich alle Beschläge abmontiert. Nach einem Spülmaschinen-Bad im Besteckkorb im „85 Grad Topfprogramm“ waren sie wieder richtig sauber – und jetzt erst habe ich die Prägung gesehen: Prämeta 607-50 – was bedeutet das denn?

Prämeta Lappenband 607-50

Tante Google findet spannendes: Die Firma Prämeta stellt schon sehr lange diese 607er Beschläge her. Ob die Firma weitere Informationen zu unserer Küche hat? Und schon wieder hoch mit der Achterbahn: Der Vertriebsleiter hat sofort auf meine Mail geantwortet: Er schreibt, dass Prämeta diese Beschläge schon seit 1946 (!) produziert – und dass sie wohl nie an Küchenfirmen verkauft wurden. Sprich: Unser Küchen-Ruinchen ist wohl eine Küche, die ein Schreiner speziell für die Villa in Dortmund gefertigt hat – hoffentlich klappt es, dass wie sie in unserem Perlchen wiederbeleben können!

Und als letzte positive Nachricht für heute: Unser Gerüst ist endlich weg! Und es soll (hoffentlich!) in den nächsten Jahren auch keins mehr aufgebaut werden! Beweise?

Fassade am 18. Juli 2013  Auch am Ackerbürgerhaus... ... am Butzbacher Kirchplatz fiel gestern das Gerüst. Spätestens zum Jahresende wollen die Hauseigentümer in das sanierte Gebäude einziehen.

Links unser eigenes Foto – und rechts der „Presse-Beweis“: Der Chef der Butzbacher Zeitung war prompt zum Abbau des Gerüsts am Kirchplatz. Und die ersten Butzbacher haben schon nachgefragt, ob wir wirklich zum Ende des Jahres eingezogen sind: Wenn der Weihnachtsmann mit den Elfen hilft: Klar doch! Das ist das absolute Rollercoaster-High! 😉

2 comments to Life Is a Rollercoaster

  • Frank S.

    Hallo Ihr zwei Haus- und Küchensanierer!

    Sicherlich habt Ihr nochmal was zum Küchen-Ruinchen geschrieben. Doch soweit bin ich noch nicht mit lesen. Daher die direkte Frage: Kann man an den Spezialtipps für das Verarbeiten des Linoleum teilhaben? Gerne auch direkt per Mail.

    Gruß, Frank S.

  • Hallo,

    am Küchen-Bauartikel schreibe ich schon länger…
    Zum Linoleum habe ich den Tipp, dass man auch älteres Linoleum mit Bodenmilch / Schutzemulsion – zum Beispiel von Naturhaus – für Holz, Linoleum und co einlassen kann. Damit kann man einigen alten Dreck herausreiben und das Material zu neuem Leben erwecken.

    Und dann habe ich noch diesen Tipp von einem Anwendungstechniker der Firma Forbo Flooring bekommen – vielen Dank dafür!

    „Prinzipiell kann man Linoleum auch heute noch als Arbeitsplattenoberflächen in Küchen einsetzten.
    Es gibt einige Dinge nach unseren Erfahrungen zu beachten.
    Abstellen von Heißen Töpfen, können optische Veränderungen hinterlassen – aus diesem Grunde war (wie auf ihren mitgesendeten Bildern ersichtlich) ein schwarzes Linoleum eingebaut.
    Soll das Linoleum um die Plattenkante laufen, es ist ein ausreichender Radius von mind. 2,5 cm erforderlich, d. h. Durchmesser von 5 cm. Dieser Radius ist an den Längskanten des Belages vorgegeben. Die Kopfenden sollte gerade/bündig mit dem Plattenende geschnitten werden.

    Da in ihrer Küche lediglich die Ablageflächen in den Schränken mit Linoleum ausgestattet war und sie wieder mit Linoleum belegen wollen, ist dies möglich. Hierzu sollten sie sich Papierschablonen von den benötigten Zuschnitten des Linoleum erstellen, anhand welcher sie dann die benötigten Belagsstücke zuschneiden können.
    Die Linoleum Belagsbahnen vor dem zuschneiden auslegen und die Kopfenden gegenwalken, so dass der Belag plan / eben vorliegt. Die Schablone auflegen, ggf. mit Lineal an die Kanten der Papierschablone anlegen und mit Trapezmesser die Konturen auf den Belag anritzen. Danach die angeritzte Flächen mit Hakenmesser ausschneiden.
    Beim Zuschneiden sollte immer darauf geachtet werden, dass die Belagsoberseite die längste Seite ist, nicht dass der Belagsrücken an der Schrankinnenwand anliegt und eine Fuge zur Wand entsteht.

    Sie können dann das Linoleum ohne vollflächiger Verklebung auf die Fachböden auslegen oder ggf. auch vollflächig verkleben. Wenn eine Verklebung gewünscht wird, müssen alten Kleberschichten etc. entfernt werden. Unter Umständen ist ein partielles Fixieren des Belages im Bereich der Schranktüre schon ausreichend.“

    Viele Grüße

    Dirk

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