Was für eine Woche…

Wenn wir „eine Woche“ etwas weiter fassen (also etwa neun Tage), war das eine sehr schräge, lustige, heftige, spannende eine Woche.

Angefangen hat die 9-Tage-Woche letztes Wochenende mit dem Altstadtfest in Butzbach. Nachdem ich mir nun drei Jahr lang anhören muss, dass ich ja immer nur Apfelschorle trinke, habe ich mich breitschlagen lassen von Samstag auf Sonntag in Butzbach zu übernachten. Mir wurden verschiedene Übernachtungsplätze angeboten, aber ich wollte nach drei Jahren endlich mal in unserem Haus übernachten. Das war einfach etwas persönliches zwischen Perlchen und mir 😉

Notiz für mich selbst: Selbstaufblasende Luftmatratzen sind härter und schmaler als gedacht – und ich werde nicht jünger. Aber noch wichtiger: Ja, die Glocken der Markuskirche sind zwischen zehn Uhr abends und sechs Uhr morgens abgestellt. Korrekt. Das bedeutet aber auch, dass man um sechs Uhr wenn das Gebimmel wieder anfängt aus dem Bett fällt von der Luftmatratze kullert. Aus unerfindlichen Gründen gab es um acht Uhr Sondergebimmel und danach hat die Kantorin angefangen Orgel zu üben (Orgelübegebimmel?). Vor zehn Uhr gab es langes Gottesdienstkommtallehergebimmel und danach Gottesdienst-Orgelspiel. Und ja, das kann man alles prima hören, wenn das Arbeitszimmer-Fenster offen ist. Dass mir danach liebe (katholische!) Nachbarn eine heisse Dusche, Kaffee und leckere Pfannkuchen zum Frühstück geboten haben: fast ein Grund zum Konvertieren…

War eine sehr kurze schlafarme Nacht – und ganz besonders und schön war es trotzdem irgendwie, erste Nacht im eigenen Haus 😉

Romantische BaggeridylleIrgendwie schön sieht auch diese Idylle aus: Minibagger vor romantischer historischer Kulisse. War sie aber nicht. Denn unser Gewölbekeller macht Mucken. Eigentlich wollte ich das Gewölbekellerausbuddeln irgendwann auf 2014/2015 schieben. Blöderweise hat das rechte Gewölbekellerende keinen Abschluss, daher fällt immer mehr Erde vom nicht-vorhandenen Gewölbekellerende in den Gewölbekeller. Und deswegen hat der Boden zu Haus Nr. 5 nachgegeben und ist in das Gewölbekellerende geplumst. Doof das!

So klettern wir die Dramabesichtigungsleiter nach unten…

Dramabesichtigungsleiter… und erschrecken bei diesem Anblick…

So wollte ich das Tor nie sehen  Hausecke im Freien

Links schaut man tatsächlich von unten gegen das Törchen zu Haus Nr. 5 – und rechts sieht man die ziemlich frei in der Luft hängende Hausecke. Nein, das haben wir echt nicht gebraucht!

Und so kam das:

Wir buddeln links  Wir buddeln rechts

Unsere Maurer baggern links. Und sie baggern rechts….

… und wir schippen gemeinsam unten. Denn rechts soll das offene Gewölbekellerende geschlossen werden – aber davor muss ganz viel Erde raus. Durch den jetzt noch größeren Kellereingangsrest auf der linken Seite:

KellereingangsresteAber von Hand wird das Jahre dauern. Nächste Woche wollen die Maurer daher einen Mini-Minibagger in das linke Loch schmeissen herablassen, nach rechts durchfahren – und dann die ganze Erde im Gewölbekeller nach links in einen Förderer schieben. Nach meiner Rechnung reden wir von mindestens 40 Kubikmetern Erde, schließlich ist unser Gewölbekeller 12×6 Meter groß, es liegen wahrscheinlich mehr als 60 Zentimeter Erde drin und es gibt zusätzlich zwei recht große Erdhaufen.

Das ganze ist also nicht sooooo motivierend. Besonders weil damit der halbwegs aufgeräumte Vorplatz prompt zum Tag des offenen Denkmals mit Schuttmulde, Garagentor und anderem Kram zugebaut war. Wobei unsere Besucher auch gern einen neugierigen Blick in unsere Kellerlöcher geworfen haben – und trotz Vorplatzchaos und unbeständigem Wetter in Scharen in unser Haus geströmt sind. Angelika hat sicher mehr als 25 Miniführungen geleitet, ich habe alles mögliche zu Technik, Baustoffen und „Spass mit Vaillant“ berichtet – und wir haben 1001 Kompliment für unsere Perlchen-Ruinchen-Challenge bekommen. Und das war wiederum sehr motivierend, so dass ich die schlechten Momente der letzten Woche 9 Tage viel besser vergessen kann. Hoffen wir mal, dass die Mini-Minibagger-Challenge auch so positiv ausgeht wie der Tag des offenen Denkmals!

4 comments to Was für eine Woche…

  • Angelika

    Selber schuld, wenn du die erste Nacht ohne mich im Haus verbringst. ICH mußte arbeiten, während IHR euch voll… aeh, beim Weintrinken amüsiert habt. Und da ist es nur würdig und recht, wenn du von der Luftmatratze kullerst. SO. *schadenfroh grins*
    Aber dafür hab ich dir die letzten Abende schön brav den schmerzenden Alt-Herren-Rücken eingerieben. Wenn das mal kein Service ist…
    Dafür bin ICH jetzt – nach DEM Auflauf/Andrang gestern platt, stumm (vom Dauersabbeln heiser) und überhaupt ziemlich geschafft.

  • Hier noch die Folien, die wir dieses Jahr zum Tag des offenen Denkmals gezeigt haben. Das ganze hat sich sehr bewährt, da wir damit viele Einblicke in Ecken geben können, in die Besucher nicht selbst reinschauen können. Und nebenbei können wir auch die am häufigsten gestellten Fragen beantworten, damit wir nicht ganz so schnell heiser werden beim Erklären…

  • Aline

    Hallo Dirk,

    sag mal? Wessen Hausecke hängt da so frei in der Luft? Eure oder die des Nachbarhauses? Und was sagt der Statiker dazu?
    Ich meine nur, wenn es noch mehr regnet und damit noch mehr Erdreich sich in Euren Keller begibt, könnte das ernsthafte Probleme geben. Hat Ihr das schon abgesichert?

    Grüße

    Aline

  • Angelika

    Hallo Aline,
    leider unsere Hausecke. 🙁
    Und wir sind dran! Sprich – die Maurer werden die ( wahrscheinlich schon vor mehreren hundert Jahren aufgebrochene Wand ) neu aufmauern und dann wird aussen aufgefüllt. Damit steht das Perlchen wieder auf vier Beinen – sozusagen.
    Momentan gehen wir davon aus, dass der Gewölbekeller wohl NOCH länger war und für den Bau des Reineckschen Hauses nebenan aufgebrochen wurde.
    Der Architekt zieht auch einen Statiker hinzu. Allerdings wohl weniger wg. dieser momentan frei schwebenden Hausecke – da war nicht mal Abstützen notwendig – sonder eher wg. des Aushubs aus dem Gewölbekeller selbst. Die Erdmassen da unten stabilisieren ja auch die Aussenwände dieses Kellers, der sozusagen unser „Fundament“ bildet.
    Dirk hat am Wochenende fleissig „Bodo mit dem Bagger“ gespielt und ist trotzdem noch nicht auf den eigentlichen Kellergrund gestossen. Wir gehen zwar davon aus, dass der Boden – wie beim Nachbarn zur linken, mit Steinplatten belegt ist, aber andererseits wurde früher auch schon mal ein Fundament auf gewachsenem Boden errichtet. Wenn wir an der Aussenwand auf deren unteres Ende gestossen sind, wissen wir mehr. 😉
    Wir werden sehen… z.B. auch ob wir das Gewölbe komplett leeren und es somit später irgendwie nutzen können.
    UND BITTE KEINE RÖMERFUNDE!!!!!! <--- Stossgebet an Jupiter.

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