Bauzaun ade! Scheiden tut weh.

Äh… nö 😉 Ganz im Gegenteil – das ist superkalifragilistikexpialigetisch! Ok, es hat doch recht viel Vorbereitung, 1001 Suche im Internet und einige Gespräche mit der Denkmalpflegerin gebraucht. Ja, und einige Kilometer auf der Straße und ein paar Schrammen gab’s auch (nur an mir, nicht am Auto!).

Am liebsten hätte ich das Grundstück ja wie früher offen gelassen – hier ein altes Foto aus dem Butzbacher Stadtarchiv ohne Zaun und mit Dreschmaschine:

Kirchplatz 4 mit DreschmaschineIch glaube damals hätte man einfach zur Mistgabel gegriffen, wenn jemand zu neugierig auf fremden Grundstücken rumdackelt, daher gab’s 1910 weder Zaun noch „Betreten verboten“-Schild. Heute sieht das anders aus…

Ja wer guckt denn daNein, diesen Herrn habe ich nicht eingeladen über die Leine mit dem „Betreten verboten“-Schild zu steigen, auf meinem Grundstück rumzulaufen und gemütlich ins Esszimmer zu glotzen schauen. Und auch die x anderen Leute nicht, die ich nach ihrem „Besuch“ dank HikVsion DS-2CD2032-I Kameras erwischt habe. Auch weil es immer noch Ecken gibt, wo man unsanft in den Keller oder über Baumaterial fallen kann. Und weil es mich einfach nervt wenn Leute ungefragt von meinem Grundstück aus in mein Gästezimmer, meine Küche und mein Esszimmer gaffen. (Ja, ich finde solche „Besucher“ schlimmer als Parkdeppen!)

Ein Wassergraben scheidet aus – eine Zugbrücke für mein Ruinchen wäre wohl auch bei den wirklich sehr netten Denkmalpflegern nicht durchgegangen (aber sie finden die Gaffer auch nicht toll). Erste konkrete Idee: eine Bruchsteinmauer wie bei der Markuskirche. Genug Steine gibt’s ja im Grundstück. Aber das ganze sieht bei ersten Photoshop-Experimenten viel zu wuchtig aus – das passt nicht zum Haus. Also etwas „bäuerliches“, ein Staketenzaun aus Kastanie. Ich schaue mir bei Händlern Zäune an (besonders nett: Herr Graen vom Graenshop), besuche die Denkmalpflegerin: Irgendwie passt so ein sehr roher Zaun auch nicht. Für ländlichere Vororte wären diese Zäune perfekt – aber mitten in Butzbach, direkt gegenüber der Markuskirche? Da hätte man früher „ordentliche“ Zäune gebaut.

Und dann war da noch zu klären, wie ich Briefkasten und Klingel an den Zaun bringe: Unsere Briefträger fahren gern mit dem Fahrrad direkt vor den Briefkasten, da wär’s unpraktisch den Briefkasten an die Haustür zu setzen. Und die Klingel hätte ich auch gern an der Straße – nur wie?

Ich könnte Euch jetzt noch von x Ideen & Varianten schreiben, ewigen Suchen im Internet, dem ein oder anderen Baumarkt, etlichen Händlern die ich abgeklappert habe: Am Ende wurde es ein großer Standbriefkasten von SafePost und ein einfacher Lattenzaun aus Lärche. Den Briefkasten gab’s bei einem Baumarkt um die Ecke im Angebot, die Klingel werde ich in den Briefkasten einbauen wenn das Klingelschild da ist. Hier schon mal mein Briefkastenfundamenbretterverschlagversuch: Für meine allererste Betonverschalung finde ich das Ding gar nicht so schlecht – und als sich herausstellte dass das Fundament doch höher werden musste, konnte ich die Kiste einfach auseinanderkloppen und höher neu ansetzen.

BriefkastenfundamenbretterverschlagversuchMehr Fotos vom Briefkasten gibt’s hoffentlich bald wenn das Klingelschild da ist.

Nun aber zum Hauptdarsteller: Ich wollte einen Zaun der unbehandelt bleibt – also aus Kastanie oder Lärche ist – und vergraut wie das Törchen zum Nachbarn. Da ich bei uns in der Gegend keine Händler finden konnte die so etwas anbieten, habe ich den Zaun und das Törchen aus Erfurt geholt bei Holzhandel Höhne / https://www.holzimgarten.com. Die Beratung per E-Mail und ganz besonders vor Ort war sehr gut. Das war mein erster Zaun, da habe ich doch die ein oder andere Amateur-Frage gestellt und sehr geduldig beantwortet bekommen 😉 .

Hier sieht man die ersten Pfosten – und ja, so ganz fluchtet das ganze noch nicht und der Briefkasten ist im Weg (dass das auch meine ersten Puntfundamente und Betonestrich-Versuche waren zählt wohl nicht als Ausrede…? 😉 ). Und ich hatte da leider zuerst einen Denkfehler: Der Zaun soll zwar vor den Pfosten durchlaufen, aber beim Tor mittig an den Pfosten anstoßen, die beiden Torpfosten müssen also etwas zurückspringen.

Gerade liegt im Auge des BetrachtersZum Glück konnte ich meinen Briefkastenfundamentklopper recht einfach freibuddeln und versetzen, so schaut’s am Ende halbwegs gerade aus.

Kirchplatz 4 mit SonnenblumeEin älterer Butzbacher nannte das ganze „Donauwelle“ – aber hej, das Haus und ich sind auch nicht perfektest gerade, da passt der Zaun wunderbar dazu 😉 .Fassade am 14. August 2015

Während der „Bauphase“ hatte mich der Besitzer der Butzbacher Zeitung ja schon beim Salatpflücken erwischt und nach dem Zaunbau ausgefragt – da war es kein Wunder dass jetzt auch das Beweisfoto zum Zaun kam:

Butzbacher Zeitung vom 21. August 2015Dabei gab es dann auch den ersten Hinweis auf den Tag des offenen Denkmals am 13. September 2015 – mal sehen, was ich bis dahin noch fertig bekomme…

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