Gewölbekellerabgangsdeckelterrassenkonstruktionsdokumentation

Ähnlich lang wie der Titel dieses Beitrags zog sich das ganze hin: Wie bitteschön macht man einen ziemlich großen Gewölbekellerabgang zu? Aber so, dass man noch die Treppe runter gehen kann. Und da laufend kleine und große Neugierige „Ah!“ und „Oh!“ raunend auf den Steinen am Zaun rumkippeln, weil sie nachsehen wollen wie tief das Loch ist: Es wäre schon schön wenn man von der Straße runterstaunen runterschauen kann.

Daher hatte ich sehr lange vor, den ganzen Abgang mit Glas abzudecken. Nicht a la Gewächshaus wie die Mauerer vorgeschlagen haben oder ein Pyramiden-Entrée a la Louve –  das hätten die Denkmalpfleger völlig zu Recht vermutlich nicht doll gefunden. Sondern einfach nur zwei Glasplatten in L-Form flach drauf, bisschen Stahl drumrum, fertig. Kann ja nicht so schwer sein… Denkste!

Da man davon ausgehen muss, dass auf so einer Fläche Leute rumlaufen, muss das ganze richtig FETT sein. Wir reden von Sicherheitsglas von locker 4cm Dicke und etlichen hundert Kilo Gewicht. Denn es könnte ja sein, dass jemand mit besoffenem Kopp wie bekloppt mit ’nem Stein aufs Glas donnert und damit die Abkürzung zum Bestatter zwei Häuser weiter nimmt. Ein Schild „Für Darwin-Award hier einschlagen!“ reicht wohl leider nicht aus…

Im Maschinenbau-Studium musste ich zwar irgendwelche Schweißnähte berechnen, habe aber blöderweise immer noch nicht schweißen gelernt. Den Metallrahmen hätte ich also auch noch von einer Firma fertigen lassen müssen. Und so habe ich hier Angebote liegen über locker 8-10.000 Euro für Glas und Rahmen. Amen. Selbst mit Steuerrückerstattung nach §10g EStG (gute Tipps dazu beim Landesamt für Denkmalpflege Hessen) war das einfach nicht „drin“. Und günstiger wurde es auch nach x mal umplanen und Anfragen bei anderen Glaslieferanten auch nicht.

Dann brachte mich ein sehr netter Ruinchen-affiner Butzbacher auf die Idee: „Bau doch ’nen Bullauge ein!“. Warum bin ich da nicht selbst drauf gekommen? Also Holzkonstruktion irgendwie a la Terrasse skizziert und Bullaugen gesucht. (Ja, das mit der Terrasse hatten mir schon mehrere Freunde geraten – aber ich war mit meiner Glas-drauf-Konstruktion voll auf dem Glas Holzweg…)

Echte Bullaugen stellten sich schnell als unpraktisch heraus, da man über die Beschläge stolpern kann. Und billig sind die auch nicht… also back to the roots: Sicherheitsglas. Dick, schwer, „betretbar“ – aber in 114 cm x 44,5 cm x 32mm deutlich eher im Budget.

Falls hier noch jemand mitliest: Jetzt kommen endlich die Fotos 🙂

KellerabgangdeckelrahmenkonstruktionHier die Unterkonstruktion aus Lärche und Douglasie (die dünneren Balken gab’s leider nur in Douglasie). Ja, davon konnte man schon etwas sehen auf dem Schaf-Beitrag, da wollte ich aber noch nichts verraten 🙂

Während der Bastelei hat mich Herr Gratzfeld (Chef der Butzbacher Zeitung) „erwischt“:Butzbacher Zeitung vom 18. Juni 2016

Die Kugelherren gründeten ihre Gemeinschaft in Butzbach im Jahr 1468, da könnte das mit um 1570 stimmen – wobei ich das noch nicht vorher gehört hatte. Mal sehen ob die Butzbach-Forscher dazu noch etwas mehr herausfinden.

Für die Abdeckung – a la Falltür – habe ich gleich um die Ecke Anregungen geholt: Der Zugang zur Fürstengruft in der Markuskirche wird auch durch eine Falltür abgedeckt:

Relativ historische VorlageUnd so sieht meine Falltür doch recht ähnlich aus (hej, also ein bisschen Phantasie braucht’s hier schon!):

TerrassendraufsichtWie beim Zaun und dem Tor zum Nachbarhaus habe ich Lärchenholz verwendet, das unbehandelt hoffentlich lange hält.

Terrassenseitenansicht Die neue „Terrasse“ habe ich in den letzten Tagen schon sehr genossen – unter anderem beim Schmökern in einem Buch über Naturkeller. Die Arbeit am Haus geht mir nicht so schnell aus. Auch nachdem die Gewölbekellerabgangsdeckelterrassenkonstruktion bis auf’s Sicherheitsglas fertig ist…

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